MAJAN – von Herzschmerzhymnen und Moshpitmelodien

Nach unzähligen Features, mitreißenden Singles und einer Doppel‑EP erschien am 16. Juli endlich das Debütalbum „Skits“. Langweilig wird es nicht mit dem Musiker, dem Facettenreichtum kein Fremdwort ist und der trotzdem weiß, den Puls der Zeit in seinen Zeilen zielsicher zum Glühen zu bringen. Und so konnte der damals 19‑jährige mit seiner Demo von „1975“ nicht nur Cro von sich begeistern und ihn auch als Featuregast eben jeder ersten Single gewinnen, sondern erobert seit Mai 2019 die Bluetoothspeaker im erhitzen Auto und in verrauchten Wohnzimmern.

Pure Gänsehaut löst das Feature „Universum regelt“ mit Schmyt aus, in der die beiden sich ein gekonntes (Stimm‑)duell liefern ‑ und am Ende übernimmt dann doch das Karma. Harmonien überlagern sich, Gefühle fliegen ineinander und die Naturgewalt der beiden Talente wird untermalt von sphärischen Beats und leise angeschlagenen Melodien. Der Song enthält dabei so viele Feinheiten, ohne angestrengt und überproduziert zu wirken – und ich komme fast gar nicht hinterher, das Echo, die Melancholie, die Wortspiele und die verspielten Effekte zu bewundern. Und mich dabei eingelullt zu fühlen in dem Wissen, dass das Universum ab jetzt übernimmt und so großartig dabei unterstützt wird.

MAJANs Melodien untermalen langsam wieder heller werdende Tage mit Laternenlichtmelancholie und dem vorfreudigen Fritz‑Kola‑Kribbeln im Bauch. Während schüchterne Funken die Akkorde entlang tanzen, nimmt MAJAN mit in greifbare Gedankenwelten und in ferne Abenteuer der letzten Jahre gemeinsam mit der Tuckk-r-up Gang in seiner Heimatstadt Schondorf. Die jüngste Collab mit badchieff, CRO und Edo Saiya „Ich liebe…“ haucht ohne Refrain, dafür gefüllt mit vier verschiedenen Auffassungen von der Liebe mit ihrer gepolsterte Klaviermelodie kalten Stunden Hoffnung ein. So simpel der Song auch gehalten ist, umso größer schlagen die Gefühle. Er bräuchte gar nicht auf große Effekte und viel Energie setzen, aber auch in Techno und Dance findet der Künstler seinen Weg, sich auf seine ganz eigene Art und Weise in Szene zu setzen.

MAJAN fährt facettenreich auf und zwischen Ups und Downs kommt er auf der Tour im Sommer zum Halt. Seine Liveshows? Kommen wohl nicht um die Achterbahn aus bedachten Herzschmerzhymnen und euphorischen Moshpitmelodien herum und umso spannender wirkt die Stimmung, die das Publikum daraus macht.

MAJAN Live:
12.05 – Zürich, Komplex 457
29.05 – Nürnberg, Hirsch
11.06 – Stuttgart, Im Wizemann
12.06 – München, Muffathalle
24.06 – Schondorf, Manufaktur Open Air
25.06 – Schondorf, Manufaktur Open Air
26.06 – Schondorf, Manufaktur Open Air (Zusatzshow)
05.07 – Konstanz, Kulturladen
07.07 – Freiburg, Jazzhaus

Merch: https://sechseinsvier.com/

Beitragsbild: MAJAN (c) Danny Jungslund

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